Propolis

In der Welt der Honigbiene spielt Propolis eine absolut überlebenswichtige Rolle. Auf den ersten Blick sieht es in einem Bienenstock etwas unaufgeräumt aus. Überall wuseln Arbeiterinnen emsig umher, einige männliche Drohnen lungern ausschließlich auf den Honigwaben herum und überall klebt Propolis.

Schaut man sich die Sache genauer an, entdeckt man welche geniale Eigenschaft der umgebenden Natur sich die Biene zunutze macht. Dank Propolis ist ein Bienenstock nahezu keimfrei und ebenso jede einzelne Biene! In einem intakten Bienenstock gibt es weder Bakterien, Pilze und auch keine Viren. Die Biene hat sich eine der sterilsten Behausungen die die Natur kennt geschaffen und in zigtausend Jahren erprobt. Sie verwendet es in ihrem Kreissaal, in der Kinderstube, im Wohnzimmer und in ihren Vorratsräumen. Sie ist ständig damit in Kontakt und darum schützt es sie so gut.

Wie das funktioniert? Mit Propolis! Dieser auch als Bienenkitt oder Bienenleim bekannte Stoff ist eine harzige und klebrige aber sehr wohlriechende Substanz. Propolis wirkt antibiotisch, antiviral und antimykotisch. Unsere Honigbiene verwendet ihn universell. Sie dichtet zugige Stellen ab,  verkleinert das Einflugloch im Spätsommer oder verarbeitet es auf den Innenseiten der Brutzellen und schützen so die Brut vor Viren und Bakterien. Außerdem verstärkt sie durch verbinden von Wachs und Propolis die mechanische Belastbarkeit des gesamten Wabenkonstrukts. Mit diesem und weiteren Kniffen ist es beispielsweise möglich mit einem Einsatz von nur 30 Gramm Wachs zwei Kilo Honig zu speichern.

Propoliserzeuger

Warum ist denn ein Bienenstock so besonders auf Reinlichkeit angewiesen?

Im Bienenstock leben tausende Bienen auf engem Raum zusammen. Es herrscht ein reger Austausch mit der Außenwelt, es ist konstant warm und es herrscht eine hohe Luftfeuchte.

Warum denn das?

Um das Überleben des Bienenstocks zu gewährleisten, muss die Königin ständig für Nachwuchs sorgen. An einem Sommertag legt sie bis zu 2.500 Eier täglich!

Die Brut in den verschiedenen Entwicklungsstadien benötigt zur idealen Entwicklung eine möglichst konstante Temperatur von zwischen 34°C und 36°C. Hierfür sorgen die Bienen selber, sie regulieren die Temperatur, indem sie heizen oder kühlen und messen.

Der Begriff Temperaturfühler bekommt hier eine völlig neue Bedeutung. Verbirgt sich doch tatsächlich in den Fühlern der Bienen neben dem Geruchssinn, dem Tast.  und -Strömungsinn, Feuchtigkeitsfühler, ein CO2messer und Temperaturfühler. Es ist sozusagen ein hochsensibles multifunktionales Messinstrument. Die kleinen Honigbienen verbrauchen ca. 40% der gesamten Energie um die richtige Stocktemperatur zu halten. Aber zurück zum Thema.

Da der eingetragene Nektar noch einen sehr hohen Wassergehalt ausweist, müssen die Bienen das überschüssige Wasser verdunsten, sodass der Honig lange lagerfähig wird.

Diese beiden Faktoren, eine hohe Stocktemperatur zusammen mit der hohen Luftfeuchte wäre ein idealer Nährboden für alle Keime, Viren oder Pilze.

Die gesamte Bienenkolonie schützt sich nicht nur mit der breitflächigen Verwendung von Propolis vor dem Eindringen von schädlichen Mikroorganismen, sie verhindert dadurch auch die Ausbreitung von Keimen oder Bakterien die in den Stock gelangt sind. Indem die Bienen ständig mit Propolis in Kontakt kommen, desinfizieren sie sich permanent und halten sich so keimfrei.

Stellen Bienen auch Propolis selber her?

Nein, anders als Wachs erzeugen die Bienen keinen Propolis, sondern nutzen als Grundlage Baumharz, der die besten Eigenschaften bereits mit sich bringt. Einige Bienen sammeln Baumharz statt Nektar. Der Blattknospenüberzug aus Harz schützt die empfindliche Knospe vor Feuchtigkeit und Krankheitserregern. Bäumen oder Sträucher erzeugen Harz als Wundverschluss bei Verletzungen ihrer Rinde. Nur Bäume bzw. Pflanzen stellen Harz her. Die einzige tierische Ausnahme die Harz herstellt, ist die Lackschildlaus aus Südostasien. Sie produziert den historisch bekannten Schellack.  

Wenn du mal etwas frisches Baumharz an den Fingern hattest, weißt Du vielleicht, wie klebrig das ist. Die Bienen verarbeiten den Harz bereits beim Sammeln. Sie schaben das Harz mit ihrem Mundwerkzeug (Mandibeln) ab, dabei kauen sie den Harz, damit er geschmeidig bleibt. Hierbei reichern sie ihn mit verschiedenen Stoffen aus den Mandibeldrüsen (Oberkieferdrüsen ) an. Die Mandibeldrüsen erzeugen ein ölige Sekret, was die Bienen sonst bei der Verarbeitung von Wachs einsetzten um ihn geschmeidig werden zu lassen. Auch hier macht das Mandibelsekret den Bienenwachs geschmeidig. Das Sekret soll eine sterilisierende Wirkung besitzen. Zurück im Bienenstock übernehmen die Stockbienen den vorbereiteten Harz, verarbeiten ihn weiter und setzen ihn dort ein, wo er benötigt wird.

Ganz nüchtern betrachtet besteht Propolis aus etwa

50-55% Harz und Balsam

30% aus Bienenwachs

10% ätherische Öle

5% Pollen

3% organische Teile

1% Mineralstoffe, Spurenelemente (wie Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen, organische Säuren, Enzyme und antibiotische Stoffe und Flavonoide

Auch Vitamine sind enthalten, A, C, E und H, sowie angehörige der B-Vitamine.

Inzwischen kennt man etwa 150 bis 200 verschiedene Inhaltsstoffe, allerdings komplett aufgeschlüsselt ist der Bienenleim noch nicht. Ähnlich wie der Honig auch, ändert sich die Zusammensetzung des Propolis aufgrund der unterschiedlichen Aktivitäten der Natur.

Ganz wichtig! Propolis ist ein allergener Stoff. Jedes Immunsystem reagiert anders, so kann es sein, dass du keine Allergie gegen Honig oder Bienenstiche hast, wohl aber auf Propolis reagierst. Stelle vor der ersten Anwendung unbedingt sicher, dass du Propolis verträgst.

In meiner Familie verwende ich eine selbst hergestellte 30% Propolis-Lösung in 96% Alkohol. Diese Propolis-Lösung stammt von meinen Bienen und damit hier aus unserer Region. Gute Erfahrung habe ich mit einer Pipettenflasche aus Glas gemacht. Im Internet kann man sehr viele Anwendungsmöglichkeiten nachlesen. Allerdings stammt die dort angebotene Propolis-Lösung meist aus Ost-Europa oder China. Dies bleibt natürlich jedem selber überlassen.

Meine Familie und ich haben sehr gute Erfahrungen bei der Lippen Herpes Bekämpfung, in der Wundheilung und bei schlecht heilenden Wunden gemacht. Zudem bekomme ausschließlich positives Feedback von zufriedenen Anwendern.